Fraueninitiative Schwäbisch Gmünd

Aktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Nach dem gewaltsamen Tod von Jîna Mahsa Amini gibt es im Iran seit Wochen Massenproteste gegen die sexistische Gewalt der islamistischen Regierung. In unterschiedlichen Ländern Süd- und Mittelamerikas kämpfen feministische Gruppen seit Jahren unter dem Motto „ni una menos“ gegen Femizide, Gewalt an Frauen und den „Machismo“. In Deutschland kämpfen wir gegen die doppelte Ausbeutung von Frauen im Job und zu Hause, gegen Sexismus und das Erstarken rechter Kräfte, für körperliche Selbstbestimmung und eine gerechte Versorgung der Gesellschaft. Und mit dem Aufbau und der Verteidigung der Autonomieregion Rojava kämpfen Frauen in Nordsyrien seit 2012 für eine Gesellschaft, die auf Frauenbefreiung, demokratischer Selbstverwaltung und ökologischen Prinzipien beruht.

 

 

Die Kämpfe, die Frauen weltweit führen, sind vielfältig. Ihre Ursachen in den patriarchalen und kapitalistischen Gesellschaftsstrukturen sind international jedoch die gleichen. Am 25.11. ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Wir nehmen diesen Tag zum Anlass, die Kämpfe der Frauen im Iran, in Lateinamerika und in Rojava sichtbar zu machen und mit unseren eigenen in Verbindung zu setzen.

 

Ihre Kämpfe sind unsere Kämpfe!

Für die Befreiung der Frau – weltweit!

 

 

Kommt zum INTERNATIONALEN TAG GEGEN GEWALT AN FRAUEN:

 

Freitag, 25.11.22 in Schwäbisch Gmünd:

 

* ab 16 Uhr: Video-Installationen & Infotafeln zu den feministischen Protesten im Iran, Lateinamerika und der aktuellen Situation in Rojava

* 17 Uhr: Kundgebung mit Redebeiträgen und Musik


In der Postgasse in Schwäbisch Gmünd

 

Kampagne „Keinen Schritt zurück“

Rückblick der Fraueninitiative Schwäbisch Gmünd


Vom 21.-23.10.22 fand der Kongress der selbsternannten „Lebensschützer“ im Schönblick statt. Thematisch stand dabei der Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum Tod im Fokus. Daneben ging es aber vor allem auch um die bundesweite Vernetzung und strategische Ausrichtung innerhalb der „Lebensschutz“-Bewegung. Was steht dahinter?


  • Die sogenannten „Lebensschützer“ sind eine Bewegung, die mit ihren reaktionären, antifeministischen und antihumanistischen Positionen ein Weltbild vertritt, das gesellschaftliche Errungenschaften akut bedroht und zurückdrehen will.
  • Als Teil der christlichen Rechten stehen sie für ein Zurück zur „alten Ordnung“. Dies bedeutet eine Retraditionalisierung von Geschlechter- und Familienbildern, eine weitere Stärkung des Patriarchats wie auch die Aufrechterhaltung kapitalistischer Ausbeutungsverhältnisse und sozialer Ungleichheiten.
  • Unter dem vermeintlichen Deckmantel des „Lebensschutzes“ werden dabei all jenen Menschen die Grundrechte abgesprochen, die sich nicht in tradierte Rollen und starre Gesellschaftsstrukturen einfügen wollen/können.
  • Ihre Kernforderung der Erschwerung/Abschaffung von Schwangerschaftsabbrüchen geht mit einem massiven Eingriff auf die sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen einher.

 

Gemeinsam mit lokalen Bündnispartner*innen wie auch überregionalen Unterstützer*innen haben wir, die Fraueninitiative Schwäbisch Gmünd, in den vergangenen Monaten die Kampagne „Keinen Schritt zurück: Für ein selbstbestimmtes Leben und Lieben.“ gestartet, um eine Gegenöffentlichkeit zu dieser Bewegung zu erzeugen und ein starkes Zeichen für eine emanzipierte und solidarische Gesellschaft zu setzen.

 

Im Rahmen der Kampagne wurden zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen hier in Schwäbisch Gmünd wie auch in weiteren Städten organisiert. Es wurden dabei ganz unterschiedliche Themen aufgegriffen, die von den selbsternannten „Lebensschützern“ gerne für sich vereinnahmt und verdreht werden. Als Fraueninitiative haben wir auf die derzeitige Situation rund um den Schwangerschaftsabbruch hier in Deutschland wie weltweit und auf die „Lebensschützer“-Bewegung an sich aufmerksam gemacht. Dazu hatten wir zwei Infoveranstaltungen organisiert: Andreas Steinau von Doctors for Choice referierte zur medizinischen Versorgungslage hinsichtlich des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland. Eike Sanders, die die „Lebensschützer“ in Deutschland seit ihren Anfängen beobachtet,  informierte zur Bewegung, ihrer Entwicklung und Strategien. Darüber hinaus hatten wir beispielsweise bei Aktionen, wie dem Infostand zum Safe Abortion Day, auf die Kampagne gegen den Kongress aufmerksam gemacht und unsere Forderungen platziert.

 

Zum Abschluss der Kampagne fanden sich am Samstag 22.10. rund 300 Menschen zur gemeinsamen Demonstration durch die Gmünder Innenstadt ein. Bei Sonnenschein und guter Stimmung wurde nochmals lautstark darauf aufmerksam gemacht, dass wir mit dem zeitgleich stattfindenden Kongress der „Lebensschützer“ und ihrem rückwärtsgewandtem, christlich-rechtem Weltbild nicht einverstanden sind.  Und zwar mit Parolen wie „Frauen die kämpfen, sind Frauen, die leben – lasst uns das System aus den Angeln heben!“, „Kinder oder keine, entscheiden wir alleine“, „Wer sich nicht wehrt, landet am Herd.“, „Wir sind viele, wir sind wild – wir scheißen aufs herrschende Geschlechterbild.“, „Jin, Jyan, Azadi!“, „Hetero ist keine Pflicht, Homophobie ist widerlich!“, „kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“,… Zwischendurch wurden Reden und Grußwörtern von der Frauninitiative, Zusammen Kämpfen Stuttgart, Lucius Teidelbaum, Aids Hilfe und Rainbow Refugees, Bündnis Aufstehen gegen Rassismus GD, Feminism Unlimited Kassel, Solidarität International, Frauenforum GD, Fridays for Futur, Jugendantifa und Jugendkulturinitiative GD gehalten. Dabei wurden unterschiedliche Aspekte der Bewegung beleuchtet, die bisherigen Errungenschaften und einer emanzipierten, solidarischen Gesellschaft entgegenstehen.

 

Wir haben es geschafft, dass der „Lebensschützer“-Kongress hier in Gmünd nicht ohne weiteres Aufsehen stattfinden konnte. Wir konnten informieren und aufklären und wir konnten unsere Positionen und Forderungen in die Öffentlichkeit tragen.

 

Danke allen, die mitgemacht und uns unterstützt haben! Zusammen kämpfen wir weiter: Kein Schritt zurück. Für ein selbstbestimmtes Leben und Lieben. Für ein solidarisches, gutes Leben für alle.

 

Weitere Infos wie Berichte, Statements, Redebeiträge und Presseartikel finden sich demnächst auf unserer Kampagnen-Homepage: www.keinenschrittzurueck.org

 

 

 

KOMMENDE VERANSTALTUNG

Aktion zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen


Fr., 25.November 2022


Postgasse Schwäbisch Gmünd


* ab 16:00 Uhr: Video-Installationen & Infotafeln zu den feministischen Protesten im Iran, Lateinamerika und der aktuellen Situation in Rojava


* 17 Uhr: Kundgebung mit Redebeiträgen und Musik